Der moderne Kunstdruck: Fine Art Prints und Giclée

Der moderne Kunstdruck benutzt heute vor allem digitale Hilfsmittel und Druckverfahren, um Kunstwerke möglichst detailgetreu zu vervielfältigen. Große Herausforderungen ergeben sich beim Vervielfältigen durch die Vielfalt der Farben und Farbmischungen sowie die besondere Strukturen, die sich aus den unterschiedlichen Maltechniken ergeben. Zuerst wird meist das  Original  abfotografiert und durch einen Scannvorgang digitalisiert. Die Bearbeitung am Computer und die Zuhilfenahme von Grafikprogrammen gleicht dann die Farben und die Strukturen dem Original an. 

Der moderne Kunstdruck: Fine Art Prints und Giclée

Fine Art Print – Der digitale Kunstdruck

Fine Art Print, auch „Digitaler Kunstdruck“ genannt, ermöglicht heute Kunstwerke auf höchstem Qualitätsniveau, kostengünstig in beliebiger Auflage zu drucken. Der Druck wird auf hochwertigen Materialien von Fotopapier über Büttenaquarellpapier bis Leinwand ausgeführt. FineArt Motive können nicht nur auf Papier, sondern auch auf Leinwand, Alu Dibond und hinter Acrylglas gedruckt werden.

 

Der Begriff Fine Art Print ist weder exakt definiert noch geschützt. Wie der Name schon vermuten lässt, wurde der Begriff „Fine Art“ im englischsprachigen Raum erschaffen und steht für "schöne Kunst". Beschränkt man sich bei der Betrachtung von „Fine Art“ auf zweidimensionale Werke, so zählen heute vor allem Malerei, Grafik, Druck, Mosaike, Kalligrafie und Fotografie zu den Hauptgruppen der „Fine-Art“. Unter den gleichbedeutenden Bezeichnungen „Künstlerische Fotografie“ und „Kunstfotografie“ werden „Fine Art Photography“, die vom Fotografierenden als Kunstwerke angefertigt wurden und eine kreative Vision oder einen kreativen Prozess erkennen lassen.

 

Sowohl analoge als auch digitale Fotografien und Bilder können im Fine Art Stil gestaltet werden. Ein analog aufgenommenes Motiv wird beispielsweise eingescannt und dann am Computer mit einem Grafikprogramm bearbeitet, bevor es entweder am heimischen Drucker oder aber im Photoshop ausgedruckt wird. Aber auch umgekehrt ist es möglich, aus einer digitalen Aufnahme ein analoges Bild in Fine Art Technik zu gestalten.

 

Neben anspruchsvollen Fotografen setzen auch viele Künstler und Maler auf das Prinzip des Fine Art Printing, um ihre Originalbilder, die meist als Acrylbilder, Ölbilder oder Aquarelle erschaffen werden, als limitierte und qualitätsmäßig hoch angesetzte Reproduktion zu verkaufen oder in einer eigenen Kunst- bzw. Künstlermappe zu archivieren oder als Referenz zu verwenden.

 

Mithilfe der moderner Scan- und Drucktechniken ist es heute möglich, Originale qualitativ so hochwertig und täuschend echt zu reproduzieren, dass die Kunstdrucke kaum noch vom Original zu unterscheiden sind. Insbesondere in Kunstgalerien finden sich häufig solche Kunstdrucke als Reproduktionen von Ölgemälden, Pastellen und Aquarellen zeitgenössischer Kunst und im Fachjargon werden diese Kunstdrucke als Giclées bezeichnet. Mittlerweile bieten zahlreiche Künstler und Galerien Giclées als kostengünstige Alternative zur Lithographie an. Die Lithographie gehört zu den ältesten Flachdruckverfahren und wurde vor allem im 19. Jahrhundert angewandt, um farbige Drucksachen herzustellen. Die Lithographie basiert auf einer Steinzeichnung, die als Druckvorlage dient und mithilfe von einem handwerklichen oder maschinellen Steindruckverfahren auf Papier übertragen wird. Aber zurück zum Giclée-Druck: Die Kosten von einem Gliclée sind im Verhältnis zu einer Lithographie bedeutend geringer.  

Was ist ein Giclée?

Als Giclée wird allgemein das Ausdrucken von großformatigen, künstlerischen, digitalen Bildern mit Tintenstrahldruckern bezeichnet. Bei den verwendeten Tinten handelt es sich um lichtechte Tinten auf Basis von Farbstoffen oder Farbpigmenten auf speziellem Papier oder Leinwand. Meist arbeiten die Drucker mit Tinten in sechs bis zwölf unterschiedlichen Farben. Die Bezeichnung ist abgeleitet von französisch „gicler“ für „spritzen, sprühen“ und wird gelegentlich auch anglifiziert als „giclee“ verwendet.

"Erfunden" hat ihn der Amerikaner Jack Duganne 1991 im Zusammenhang mit einer Ausstellung der Künstlerin Diane Bartz. Er wollte Begriffe wie "digital" und "Computer" vermeiden, weil sie im Zusammenhang mit Kunst damals zu negativ besetzt waren, und suchte in einem französischen Wörterbuch nach dem entsprechenden Wort. Ausgehend von den bei Tintenstrahldruckern gebräuchlichen Düsen, kam er von von dem Wort "gicler" schließlich auf "Giclée". Ein Giclée bietet eine sehr gute Möglichkeit, originalgetreue Reproduktionen von Gemälde, Fotos und anderer Bilder herzustellen. Wenn man nicht ganz genau hinschaut, kann man Original und Kopie kaum voneinander unterscheiden.

Woran erkennt man ein Giclée?

Insbesondere bei kleinen Auflagen werden Giclées, wie allgemein oft bei Kunstdrucken üblich, vom Künstler nummeriert und signiert. Solche kleinen, in sich geschlossenen Auflagen werden auch als „Limited Edition Glicee Print“ bezeichnet. Angefertigt werden die Kunstdrucke auf speziellem Kunstdruckpapier oder auf Leinwand, um auf diese Weise sicherzustellen, dass die Kunstdrucke über viele Jahre und Jahrzehnte lang erhalten bleiben, ohne zu verblassen, zu vergilben oder sich zu verfärben. 

 

Wenn es auf Leinwand gedruckt wird, wird diese auf einen Keilrahmen aufgezogen und anschließend gerahmt. Ein Giclée auf Kunstdruckpapier erhält ein Passepartout und einen Glasrahmen. Ein Giclée hat immer eine glatte Oberfläche im Gegensatz etwa zu einem Ölgemälde, auf dem in der Regel Erhöhungen, Vertiefungen und Strukturen des Pinselstrichs zu erkennen sind. 

Fine Art Print oder Poster – das Papier macht den Unterschied

Ob das Motiv auf preiswertem RC-Papier (Raisin-Coated), d.h. auf einem kunststoffbeschichtetem Inkjetpapier oder auf einem archivfesten Baumwolle- oder Baryt-Papier gedruckt wird, macht einen großen Unterschied für den Betrachter aus. Trotz identischer Ausgangsdatei sind Ergebnis und Wirkung der beiden Prints deutlich unterschiedlich. Der Druck auf dem günstigeren RC-Papier ist durchaus überzeugend mit einem qualitativ beindruckenden Ergebnis. Jedoch, nur der Druck auf einem hochwertigen Baumwolle- oder Baryt-Papier erhält die Bezeichnung „Fine-Art-Print“ oder „Giclee-Druck“.

 

Kunststoffbeschichtete Papiere fühlen sich nicht sonderlich sympathisch an, geben aber physikalisch die beste Grundlage für eine maximale Schwärzung und leuchtende Farben. Das gleiche Bild auf einem teueren Baumwolle-Papier gedruckt, löst beim Betrachter jedoch eine weitaus höhere Wertschätzung aus, obwohl das Bild auf dem Baumwolle-Papier weniger Dynamik und weniger leuchtende Farben bietet. Das hat mit der menschlichen Bewertung und mit seit Generationen gelernten Mustern zu tun, dass Papiere auch Wertigkeit vermitteln, nicht jedoch die uniformen Kunststoff-Folien auf denen auch Poster geprintet werden.

 

Der Durchbruch für Fine-Art-Printing kam mit der Einführung der Ultrachrome-Tinten von Epson im Jahr 2000. Diese pigmentierten Tinten sind Jahrzehnte haltbar und die Inkjet-Technologie entwickelte sich soweit, dass ab dem Jahr 2005 (mit der Einführung der Ultrachrome K3-Tinten) endlich eine optimale Schwarzweiß-Wiedergabe beim digitalen Drucken möglich wurde. Zu diesem Zeitpunkt investierte auch der in Deutschland ansässige Papierhersteller Hahnemühle intensiv in diesen Markt und ist heute Weltmarktführer für Papiere für Fine-Art-Printing. Die mehr als zwanzig Fine-Art-Medien von Hahnemühle genießen in Künstlerkreisen höchste Wertschätzung bezüglich Bildwiedergabe, Farbwidergabe, Haptik sowie für ihre Langzeitbeständigkeit.

Bild: Jan R. Smit, Fine Art Printing Specialist (Certified Studio by Hahnemühle)
Bild: Jan R. Smit, Fine Art Printing Specialist (Certified Studio by Hahnemühle)

Der Durchbruch für Fine-Art-Printing kam mit der Einführung der Ultrachrome-Tinten von Epson im Jahr 2000. Diese pigmentierten Tinten sind Jahrzehnte haltbar und die Inkjet-Technologie entwickelte sich soweit, dass ab dem Jahr 2005 (mit der Einführung der Ultrachrome K3-Tinten) endlich eine optimale Schwarzweiß-Wiedergabe beim digitalen Drucken möglich wurde.

 

Zu diesem Zeitpunkt investierte auch der in Deutschland ansässige Papierhersteller Hahnemühle intensiv in diesen Markt und ist heute Weltmarktführer für Papiere für Fine-Art-Printing. Die mehr als zwanzig Fine-Art-Medien von Hahnemühle genießen in Künstlerkreisen höchste Wertschätzung bezüglich Bildwiedergabe, Farbwidergabe, Haptik sowie für ihre Langzeitbeständigkeit.

 

(Bild links): 

https://blog.hahnemuehle.com/ein-praechtiges-baryt-papier-das-neue-hahnemuehle-fineart-baryta-satin-im-test/

 

(siehe auch: https://www.hahnemuehle.com)

Geeignete Papiere für FINE ART PRINTING

Fine Art Papiere sind im weitesten Sinne Künstlerpapiere, deren Beschichtung gegenüber normalem Fotopapier eine eher matte und poröse Oberfläche aufweisen. Diese Schicht, die im Prinzip aus Kieselsäure und Bindemittel besteht, ist in der Regel sehr grob und weist eine Oberflächenstruktur auf. Ein gutes Papier sollte in jedem Fall auf einem Naturmaterial, z.B. Baumwolle oder säurefreier Alpha-Zellulose aufgebaut sein.

 

Fine-Art-Papiere sind sehr haltbar. Das Papier ist Papier säure- und ligninfrei, um die lange Beständigkeit zu erzielen.

 

Fine Art papiere verwenden in der Regel keine optischen Aufheller, da diese relativ schnell verfallen und damit die Haltbarkeit beeinträchtigen. Wenn Aufheller verwendet, dann meist nur mit einem Anteil von maximal 1 %.

 

Fine Art Papier ist meist rauer als normales Fotopapier. Es fühlt sich wie ein hochwertiges Künstlerpapier an mit einer hohen Grammatur. Häufig sind Grammaturen über 300 g/m². Je nach Hersteller werden auch Papiere bis 1000 g/m² angeboten.

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