„Gutes Design ist für die Ewigkeit.“

Espressomaschine Pulcina von Alessi
Espressomaschine Pulcina von Alessi

Gutes Design ist für die Ewigkeit.“

Zitat von Alberto Alessi

 

Alberto Alessi, der Inhaber der gleichnamigen italienischen Designfabrik Alessi muss es wissen. Seit 1921 stellt das Familienunternehmen schöne Dinge für unser Zuhause her. Alessis Programm ist breit gestreut und bietet unter anderem Re-Editionen alter Bauhaus Designklassiker, Küchenartikel und Badezimmerartikel an. 

 

Einige der bekanntesten Designklassiker haben tatsächlich schon eine lange Geschichte hinter sich. Manche wurden vor über 100 Jahren entworfen und sind noch heute zeitlos schön. Vier Designklassiker, die exemplarisch für zeitlose Schönheit und Funktionialität stehen, sind hier kurz vorgestellt!

 

links: Espressomaschine Pulcina von Alessi

Link: https://www.alessi.com/at_de/produkte/kuche/kaffeemaschinen/pulcina.html

Kennen Sie Christopher Dresser?

Teapot (1879) von Christopher Dresser
Teapot (1879) von Christopher Dresser

Zeitlos - revolutionär - über 140 Jahre alt!

 

Ein gutes Beispiel für zeitloses Design, das ewig „in“ ist, sind die Arbeiten von Christopher Dresser (1834-1904).

 

1834 in Glasgow geboren, wurde er der talentierteste Designer des 19. Jahrhunderts. Er gilt als einer der ersten „Industriedesigner” und ist zusammen mit Michael Thonet oder Peter Behrens einer der wichtigsten Vorreiter der Moderne. Viele, vor allem seiner Spätwerke, sind zeitlose Schönheiten, klar in der Linie, minimalistisch und sehr modern. 

 

(links) Teekanne, entworfen 1879, Victoria and Albert Museum, London

 

Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts versuchte Dresser industrietaugliche Formen für seine Entwürfe zu finden. Seine frühen Entwürfe bis 1850 beruhten mehr auf historischen, klassischen Vorbildern. Sie werden heute mehr dem Jugenstil zugeordnet. Später wurde sein Werk im Laufe der Zeit immer mehr puristisch bis minimalistisch. Seine späten Entwürfe nahm schon viele Elemente der 20er Jahre (Bauhaus und Art Deco) voraus. Er nahm dem Funktionalismus der 1920er Jahre schon sehr viel vorweg. 1870 wurde sein Name zur Marke. Er arbeitete mit allen Materialien - vorwiegend in Metall - für mehr als 50 Hersteller. Zu bewundern sind seine Arbeiten heute im Victoria and Albert Museum in London. Wiederentdeckt wurde Dressers Werk erst in den 30er Jahren des 20igsten Jahrhunderts durch einen Artikel in der Zeitschrift Architectural Record

Glaskaraffen (Pitcher),  Victoria and Albert Museum, London
Glaskaraffen (Pitcher), Victoria and Albert Museum, London
Teekanne (1878), Victoria and Albert Museum, London
Teekanne (1878), Victoria and Albert Museum, London
Toasthalter (1879), Victoria and Albert Museum, London
Toasthalter (1879), Victoria and Albert Museum, London

Alessi verhalf Christopher Dressers Werk mit der Reedition einiger seiner Entwürfe wieder zu Ruhm und Bekanntheit im 21igsten Jahrhundert. Der elegante und minimalistische Toastständer wurde von Dresser bereits 1878 entworfen. Ein Beispiel dafür, dass gutes Design tatsächlich für die Ewigkeit ist.

Ein Stuhl geht um die Welt!

Thonet-Stuhl-14-Designklassiker
Konsumstuhl Nr. 14, Bild von Holger.Ellgaard [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Die Thonet-Stühle, insbesondere der Stuhl Nr. 14, gelten international als Designklassiker seit über 100 Jahren. Sie werden original nachgebaut gehandelt oder mit leichten Abweichungen imitiert preiswert verkauft.

 

Thonet gilt weltweit als Pionier der Möbelproduktion und des Möbeldesigns. Bereits im Jahre 1830 hatte Michael Thonet mit der Erzeugung von Bugholzmöbeln begonnen. 1849 gründete Michael Thonet mit seinen fünf Söhnen sein Unternehmen "Gebrüder Thonet" in Wien. Als Vordenker seiner Zeit, statte er bereits in den 1850iger Jahren seine Fabriken mit Spezialmaschinen aus, um seine Möbelproduktion weitgehend zu industrialisieren und für die Massenproduktion vorzubereiten.

1859 entstand dann Stuhl Nr. 14 – besser bekannt als Konsumstuhl Nr. 14. 


Der Kaffeehausstuhl

Der von Thonet entwickelte Stuhl Nr. 14 aus Bugholz gilt bis heute als der Stuhl aller Stühle. Mehr als 50 Millionen Stück wurden bis zum Zweiten Weltkrieg produziert und in alle Welt verkauft.

1860 entstand der erste Schaukel-Fauteuil aus gebogenem Holz, von dem pro Jahr mehr als 20.000 Stück bis 1930 erzeugt wurden. Heute ist auch der Schaukelstuhl wieder ein beliebtes Möbelstück geworden.

 

Die Thonet Möbel aus Bugholz wurden bekannt als "Wiener Möbel" und stehen wie kein anderes Möbelstück für die Industrielle Revolution und für die Massenproduktion. Sie sind wahre Designklassiker und bis heute nicht nur als Kaffeehausstuhl in der ganzen Welt in Verwendung. 

Eine Küchenmaschine als Designklassiker

KitchenAid-Küchenmaschine-Designklassiker
KitchenAid Küchenmaschine Modell "K", www.kitchenaid.de/Ueber-KitchenAid/Markengeschichte

Eines der bekanntesten Haushaltsartikel, die im Stil des Art déco Stream-line Designs entworfen wurde und fast unverändert bis heute in modernen Küchen im Einsatz ist, ist die „Kitchen-Aid“ Küchenmaschine.

 

 

In den 1930iger Jahren wird Egmont Arens, Herausgeber von Vanity Fair, von KitchenAid beauftragt ein neues Design für ihre Küchenmaschine zu entwickeln. Er entwirft drei Modelle, darunter 1936 das legendäre Modell „K“, das heute fast schon Kultstatus besitzt. Alle drei von Arens entworfenen Mixer sind bis heute praktisch unverändert geblieben.

Sie sind heute in Museen weltweit zu finden und haben wichtige Auszeichnungen für das herausragende Design erhalten. 1955 wird dann erstmals die beliebte Küchenmaschine in leuchtenden Farben angeboten wie zum Beispiel: Blütenrosa, Sonnengelb, Inselgrün, Satin-Chrom und Antikkupfer. Heute kann meine seine Küchenmaschine auch in gelb oder rot oder in vielen anderen Farben kaufen. Das Design ist dabei jedoch seit 1937 fast unverändert geblieben: zeitlos schön und praktisch. 


Oft kopiert - nie erreicht!

Eileen Grays Beistelltisch „E.1027“  aus dem Jahre 1925

 

Die irische Designerin Eileen Kathleen Moray Smith  (1878 1976) gehört zu den wichtigsten Designerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Ihr Tisch „E.1027“ (1925) zählt zu den bekanntesten Designklassikern, der unverändert nachgebaut, und auch gerne plagiiert wird (siehe "Oft kopiert - nie erreicht! Die original Designklassiker").

 

Erst zum Ende des 20igten Jahrhundert erfährt ihr Werk die späte Würdigung. Einige ihrer Möbelentwürfe werden seit den 1970er Jahren in Reeditionen wieder produziert und auch vielfach plagiiert. So ist ihr Tisch E.1027 noch heute einer der meistkopierten Entwürfe der klassischen Moderne.1972 wird sie von der Royal Society of Arts zum „Royal Designer to Industry“ ernannt. 1987 nimmt das Museum of Modern Art in New York ihren Beistelltisch Adjustable Table E 1027“ in seine Design-Sammlung auf.  




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