Die BAUHAUS Farben

Keep it simple! Auch bei den Farben!

 

Die Farben des Bauhauses sind Rot, Gelb, Blau und die „NichtfarbenSchwarz und Weiß.

 

Der zentrale Leitsatz „Form folgt Funktion“ und die

Reduktion auf das absolut Wesentliche zeichnen die Bauhaus Bewegung aus. „Weniger ist mehr“ ist das Grundthema bei der Gestaltung. Formschön soll es sein, funktional und ohne Schnörkel. Die Gestaltungselemente sind reduziert auf die Grundelemente und auf einfache Formen: Quadrat, Kreis und Dreieck. Da liegt es auf der Hand, dass in der Bauhaus Schule die Farbgestaltung ebenfalls auf die Grundfarben reduziert ist. Keep it simple!

Klare Vorliebe für die Grundfarben

Farbkreis Johannes Itten (1961)
Farbkreis nach Johannes Itten (1961)

Die erste Phase des Bauhauses wurde anfangs stark von Johannes Itten (Bauhauslehrer von 1919-1923) bestimmt. Er unterrichtete den „Vorkurs“ und ist der Begründer der Farbentypenlehre. Seine Theorie der „Sieben Farbkontraste“ wird bis heute an Kunsthandwerk- und Kunsthochschulen gelehrt. Auf dem von Johannes Itten entwickelten Farbkreis kommen Schwarz und Weiss nicht vor. Weil Itten diese zwei Farben als sogenannte „Nichtfarben“ definierte.

 

Generell steht in der Bauhaus Schule die totale Reduktion im „Formalen“ wie im „Farbigen" im Mittelpunkt. Daher werden hauptsächlich die Grundfarben Gelb, Rot und Blau verwendet sowie die „NichtfarbenWeiß, Grau und Schwarz. Meist dominieren in der Gestaltung Weiß, Grau und Schwarz. Die Primärfarben Gelb, Rot und Blau werden sparsam akzentuiert eingesetzt. 

 

Maler wie Wassily Kandinsky oder Paul Klee hatten aber auch Lust auf weitere Farben. Schon bald bauten sie auch andere Farbtöne in ihren Werken ein. In ihrem Wohnhaus in Dessau verwirklichten Wassily Kandinsky und seine Frau auch interessante Einrichtungsideen mit Mint, Pink und Gold.  

Das "Bauspiel: Ein Schiff" (1923) von Alma Siedhoff-Buscher
Das "Bauspiel: Ein Schiff" (1923) von Alma Siedhoff-Buscher

Bunt, fröhlich und hell - gar nicht langweilig!

Dass der Einsatz und die Kombination der Grundfarben alles andere als langweilig sind, zeigen die Werke von Albers oder die Kinderwiege von Peter Keler. Fröhliche Beispiele sind auch die Spielsachen von Alma Siedhoff-Buscher. Ihre bunten Bausteine aus Holz sind wegweisend für die kommenden

Generationen an Kinderspielsachen, die Kinderfantasien anregen werden. Ihr bekanntester Entwurf ist das Bauspiel „Schiff“ aus dem Jahr 1923.

http://www.bauhaus-shop.de/de/bauen/spiele/bauhaus-bauspiel.html

 


Ganz schön bunt – und wie setze ich den Bauhaus Stil farbig in meinem Zuhause um?

ZUERST DIE WÄNDE:

 

Die Wände sind die Kulisse für Deine Möbel und geben den Ton für die weitere Farbwahl an. Ganze Wände in Rot, Gelb oder Blau zu streichen ist gewagt und man braucht schon eine Portion Mut dazu. Als Alternative zum Wände streichen, bietet die Firma Rasch eine Bauhaus-Kollektion an Tapeten nach Originalentwürfen von Walter Gropius an.

Wer lieber nicht ein Zimmer komplett farbig gestalten möchte, kann dabei auch nur eine Wand tapezieren. Eine Möglichkeit ist auch mit Schablonen die Wände mit geometrischen Mustern zu verzieren.

Meisterhaus Paul Klee, Treppenaufgang
Meisterhaus Paul Klee, Treppenaufgang

Wem die Grundfarben zu kräftig und zu kühl sind, der kann sich ein Beispiel an Paul Klees Haus in Dessau nehmen. Dort dominieren die Farben Gelb, Mintgrün, Napoleonblau und Schwarz.

(rechts) Meisterhaus Paul Klee, Treppenaufgang, Stiftung Meisterhäuser Dessau, Foto von Wolfgang Thöner


BUNTE MÖBEL? GEHT DAS?

 

Sind die Wände bereits bunt gestrichen oder auffällig gestaltet, kommen am Besten helle und unifarbene Möbel zum Einsatz. Graue oder beige Sofas zum Beispiel wirken sehr elegant. Schwarze Möbelstücke, vor allem wenn es größere Objekte sind, können einem Raum eine kühle und moderne Note geben. Es geht aber auch gewagter. Sessel, Sofas oder ganze Wandschränke in Rot sind gewagt, wirken aber in einem großen Raum umso mehr. 

Le Corbusier, Sessel LC2 rot
Le Corbusier, Sessel LC2 in rot (1928)

WELCHE STOFFE, TEPPICHE UND KISSEN PASSEN DAZU?

 

Unifarbene Möbelbezüge, Stoffe und Kissen passen natürlich immer gut zu dem schlichten und geradlinigen Stil. Besonders wenn die Wände schon auffällig in einer Farbe oder mit Mustern gestaltet sind, sollte der Rest der Einrichtungsgegenstände zurückhaltend sein. D.h. unifarbene Stoffe, in den Farben Weiß oder Schwarz bzw. Grau. Ansonsten kann der Raum schnell zu bunt und unruhig wirken.

 

Hat man die Wände schlicht in Weiß gestrichen, dann haben geometrische Muster auf Teppichen oder Kissen einen großen und bunten Auftritt. Bei der Auswahl der Muster kommen vor allem geometrische Formen wie Kreis, Quadrat oder Dreieck zum Einsatz. Denn trotz der Verwendung von mehreren Farben wirken Muster mit geometrischen Formen klar und stimmig. Zwei schöne Beispiele dazu sind die Gemälde von Laszlo Moholy-Nagy und die Webteppiche von Anni Albers.

Composition VIII, von Laszlo Moholy-Nagy (1924), Nationalgalerie Berlin)
Composition VIII, von Laszlo Moholy-Nagy (1924), Nationalgalerie Berlin)
Study rug1, von Anni Albers
Study rug1, von Anni Albers

Ein bunter Teppich oder bunte Kissen in einer ansonsten zurückhaltenden Raumgestaltung strahlen richtig und stechen heraus. Sie machen den Raum fröhlich und heiter. Sie sind schöne Hingucker und trotzdem wirkt der Raum ruhig und angenehm.


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